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Han´s Klaffl

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Aller guten Dinge sind drei. Dachte sich der Förderverein des Werkrealschulzweigs der Gemeinschaftsschule Schwäbisch Hall und lud den Kabarettisten oder soll man eher sagen, den pensionierten Oberstudienrat  Han's Klaffl am 28.04.17 mittlerweile zum dritten Mal an das Schulzentrum West ein. Auf dem Programm stand der letzte Teil seiner Trilogie über sein Lehrerdasein in Bayern: „Schul-Aufgabe - ein schöner Abgang ziert die Übung“.
Eine sichere Bank! Die Aula war bis auf den letzten Platz besetzt und für Han's Klaffl war es ein Heimspiel, denn von Anfang an ging das Publikum mit. „Ich weiß nicht, ob ich es Ihnen schon erzählt habe: Aber ich bin ja neuerdings im Ruhestand!“ Immer wieder gelingt es dem Schulkabarettisten, Bezüge zu vorhergehenden Ausführungen bzw. sogar über seine Trilogie hinweg zu schaffen. So „berichtete er eingangs von seiner Verabschiedung aus dem Schuldienst und ließ ganz knapp Lateinlehrer Gregorius und Chemielehrer Gmeinwieser auftreten, letzterer „durfte“ in Vertretung des Chefs eine grandios fehlerhaft veschwurbelte Abschiedsrede für ihn halten.
Han's Klaffl, der Vollblutlehrer im Ruhestand? Kann man sich nicht vorstellen. Geht auch gar nicht! Und so „berichtete“ der Pensionär von seinen Bemühungen, den Bildungsstand der allgemeinen Bevölkerung außerhalb der Schule zu heben, z.B. im Baumarkt, beim Arzt und an weiteren zahllosen Stellen im Alltagsleben eines Pensionärs. Ergebnis: Die so „Belehrten“ danken es ihm am Ende mit Augenverdrehen und: Hausverbot. Einmal Pädagoge, immer Pädagoge. Doch hier sprach nicht der echte Han's Klaffl, sondern virtuos zeichnete Klaffl nur das Kunstbild eines Lehrers, der seine vormals erfolglosen Bemühungen auch nach seiner Zurruhesetzung fortsetzt. Er selber war das nie und wird das niemals sein, denn Han's Klaffl hat doch recht häufig eine echte Bühne und bedient sich eben seines Publikums als Schülerschaft, die ihm in alle Verwindungen eines Lehrerdaseins - ganz gleich ob aktiv oder als Privatier - ganz brav folgt und eben keine Augen verdreht, sondern ob seiner genauen Beobachtungsgabe vielmehr häufig herzlich lacht.
Punktlandung nach einer Stunde, hier darf man die 45 Minuten überziehen, man hat ja bezahlt: „ich brauch jetzt eine Pause“. Nach derselbigen ging es überraschend politisch weiter: Das Drama um G8 in Bayern, wobei es ja für die, die es sich ausgedacht haben, nie eines war, sondern nur für diejenigen, die es durchführen (Lehrer) und die es erdulden (Schülerschaft) mussten. Ach und Eltern gibt es ja auch noch. Ein Staatsdiener im Ruhestand muss eben kein Blatt mehr vor den Mund nehmen. Viele Details ließen sich auch auf Baden- Württemberg übertragen. Han's Klaffl hatte im Publikum viele Lacher auf seiner Seite. Niemand konnte ja auch behaupten, er säße in der falschen Veranstaltung, denn alle Menschen sind Schulexperten, jede und jeder war Schüler, viele sind Eltern mit schulpflichtigen Kindern und besonders hier in Schwäbisch Hall waren viele Besucher Lehrer/innen!
Ganz am Ende dann wieder der echte Han's Klaffl, der auf dem Kontrabass den Abgesang singt und dass die Schule ihm fehlt. „Wie ist der Mann als Lehrer?“ habe ich in der Rezension zum letzten Programm gefragt. Ich bin sicher, würden wir seine Schüler/innen fragen, würden die antworten: „Saugut!“. Doch sie wissen schon: Ruhestand! Zum Glück haben wir ihn ja live auf der Bühne gehabt.
Matthias Imkampe